|

Presse

Innovative Krebsforschung beim 65. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.

01. Dezember 2013

Bis zu 90% der Patienten mit einer Krebserkrankung wenden im Verlauf ihrer Erkrankung Methoden der sogenannten alternativen Medizin (CAM) an. CAM nimmt für sich in Anspruch, als alleinige oder begleitende Therapie effektiv zu sein. Trotzdem ist der Nutzen von CAM in den meisten Fällen nicht erwiesen. Ein Paradebeispiel ist der Wirkstoff Amygdalin, eine Natursubstanz, die in Aprikosen-, Apfel- und Pfirsichkernen angereichert vorliegt. Detaillierte wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von Amygdalin sind bislang noch nicht erbracht worden. Dies hat zur Folge, dass die Bewertung von Amygdalin nur auf Grundlage unsachlicher und unseriöser Berichte erfolgen kann, die Patienten sind verunsichert. und Befürworter stehen Skeptikern nahezu unversöhnlich gegenüber.

Was steckt tatsächlich hinter Amygdalin?

Mit Unterstützung der Brigitta und Norbert Muth Stiftung wurde eine Pilotstudie an der Goethe-Universitätsklinik Frankfurt gestartet. Unter Leitung von Prof. Dr. Axel Haferkamp, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie, sowie Prof. Dr. Roman Blaheta, Leiter des wissenschaftlichen Forschungslabors, ist in präklinischen Experimenten der Nachweis erbracht worden, dass Amygdalin das Wachstum isolierter Tumorzellen deutlich zu hemmen vermag. Erste Auswertungen geben Hinweise darauf, dass Amygdalin in den Prozess der ungezügelten Zellvermehrung eingreift und wachstums-stimuliernde Signale blockiert. Interessant ist, dass im Zellmodell keine Anzeichen von Giftigkeit festgestellt werden konnten.

Auf dem 65. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie im September 2013 in Dresden wurden erste Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe mit großer Beachtung vorgestellt. Weitere Studien zur Bewertung der klinischen Brauchbarkeit von Amygdalin sollen nun folgen.