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Bild - Pfeil   Aktuelle Projekte: Medizin

Bis zu 90% der Patienten mit einer Krebserkrankung wenden im Verlauf ihrer Erkrankung Methoden der Naturheilkunde an. Sie erhoffen sich dabei einen deutlichen therapeutischen Erfolg bei praktisch ausbleibenden Nebenwirkungen. Mittlerweile bieten viele niedergelassene Ärzte solche komplementärmedizinischen Verfahren an, die von den Patienten in einem hohen Maß genutzt werden. Allerdings ist das Wissen über den tatsächlichen Nutzen vieler dieser Naturstoffe sehr begrenzt. Ganz besonders gilt dies für den Naturstoff Amygdalin, auch Laetrile oder B17 genannt. Amygdalin findet sich in hohen Konzentrationen in Aprikosenkernen, Apfelkernen und bitteren Mandeln. Schon lange wird die Substanz zur Tumor-Behandlung eingesetzt. Allerdings sind wissenschaftliche Belege für ihre Wirksamkeit bislang noch nicht erbracht worden. Dies hat zur Folge, dass die Bewertung von Amygdalin nur auf Grundlage unsachlicher und unseriöser Berichte erfolgen kann. Die Patienten sind verunsichert und Befürworter stehen Skeptikern nahezu unversöhnlich gegenüber. Was steckt tatsächlich hinter Amygdalin?


In einer Pilotstudie an der Goethe-Universitätsklinik Frankfurt unter Leitung von Prof. Dr. Axel Haferkamp, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie, sowie Prof. Dr. Roman Blaheta, Leiter des wissenschaftlichen Forschungslabors, ist kürzlich der Nachweis erbracht worden, dass Amygdalin das Wachstum isolierter Tumorzellen deutlich zu hemmen vermag. Auf Grund dieses Befundes ist nun ein groß angelegtes Forschungsprojekt gestartet worden, in dem die Wirkung von Amygdalin auf die aggressive Ausbreitung einzelner Tumorzellen untersucht werden soll. Im Vordergrund des Projektes stehen dabei die Fragen nach der Wirkeffektivität, in welchem Ausmaß kann Amygdalin die unkontrollierte Vermehrung der Tumorzellen hemmen, und der Wirkspezifität, welche tumorfördernden Signale werden durch Amygdalin in der Zelle abgeschaltet. Ziel der Arbeiten ist es, Amygdalin auf "wissenschaftliche Beine" zu stellen und seinen Nutzen sachlich zu untermauern.